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06.10.2010 Aus der Krise nichts gelernt? -Automobilindustrie auf Risiken weiterhin
schlecht vorbereitet.
Gerade große Automobilhersteller informieren sich nur sehr eingeschränkt über
Insolvenzen über alle Lieferantenstufen hinweg. Lediglich für
Lieferantenausfälle auf Tier-1- und Tier-2-Ebene existiert ansatzweise ein
schwach entwickeltes, reaktives Risikomanagement. Dies ist das Ergebnis einer
Studie zum Risikomanagement in der Automobilbranche, herausgegeben vom Supply
Chain Management Institute (SMI) an der European Business School in
Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsinformationsdienst D&B Deutschland.
http://www.logistik-heute.de/Logistik-News-Logistik-Nachrichten/Markt-News/7864/Automobilindustrie-auf-Risiken-weiterhin-schlecht-vorbereitet-Aus-der-Krise-n
08.09.2010 Fehlt deutschen Unternehmen die Gewinnorientierung?
Die Thesen zu Gewinnmaximierung und Shareholder Value sorgten bei der
Jubiläumskonferenz von Simon-Kucher & Partners für Zündstoff. Prof. Hermann
Simon sieht als eine wichtige Ursache die fehlende Gewinnorientierung deutscher
Firmen. Vor allem hapere es an der Preisfront. Dabei sei der Preis der
effektivste Gewinntreiber.
„Wachstum ohne Gewinn ist tödlich“, bekräftigte Prof. Reinhold Würth,
Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats der Würth-Gruppe. Er riet, die Preise
nicht basierend auf den Herstellungskosten zu kalkulieren, sondern sich zu
überlegen, was das Produkt dem Kunden wert sei. Prof. Berthold Leibinger,
Vorsitzender des Aufsichtsrats der Trumpf GmbH & Co. KG sagte: „Wir starren zu
sehr auf die Kosten und zu wenig auf den Preis.“
http://www.simon-kucher.com/internetdatabase/Publication.nsf/0/1f5e187254240536c1257798003859ea/$FILE/PM_37_Jubil%C3%A4umskonferenz%20Gewinn_080910x.pdf
23.7.2010 Über das Ersatzteilgeschäft die Ertragslage verbessern
Mit dem Ersatzteilgeschäft lassen sich Umsatz und Ertrag wirksam zu steigern.
Ein wichtiger Aspekt ist die Preisfestlegung für Ersatzteile. Laut einer
aktuellen Studie von Marketing Partner realisiert die Investitionsgüterindustrie
durchschnittlich rund 18% ihrer Umsätze mit After-Sales-Services. Von diesem
Serviceumsatz entfallen im Schnitt circa 70% auf Material und nur etwa 30% auf
personengebundene Dienstleistungen. Sowohl im Umsatz als auch im Ergebnis sieht
die Studie bei vielen Unternehmen noch Potenzial.
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/index.cfm?pid=1651&pk=274665&nl=1&cmp=nl-97-1-260710
21.6.2010 Rasantes Wachstum überfordert Lieferketten
Kommt die Wirtschaft wieder in Fahrt, steigen die Anforderungen an Flexibilität
und Reaktionsfähigkeit in der Lieferkette. Nach einem Absturz von vielleicht 25%
geht es nicht zwangsläufig in 5%-Happen wieder bergauf. Insoweit sind viele
Unternehmen für den aktuellen Aufschwung nicht gerüstet. Zu diesem Schluss kommt
jedenfalls die Studie „Global Supply Chain Trends 2010 – 2012“ der
Managementberatung PRTM. An der Umfrage nahmen rund 350 Industrie- und
Logistikunternehmen aus Amerika, Asien und Europa teil. Als Reaktion auf die
Krise haben die Unternehmen vor allem Kosten reduziert und
Risikomanagement-Methoden etabliert. Aus kurzfristigen Überlegungen heraus
wurden allerdings auch Lieferantenbeziehungen gekappt und Partnerschaften
vernachlässigt. „Die Supply Chain Performance vieler Unternehmen erreicht
deshalb zurzeit nicht das notwendige Maß“, so Dr. Reinhard Geissbauer, einer der
Autoren der Studie. „Den meisten Unternehmen fehlt die Fähigkeit zur
Kurzfristplanung, vor allem über Firmengrenzen hinweg.“ Die Studie „Global
Supply Chain Trends 2010 – 2012“ kann kostenlos über PRTM bezogen werden.
http://www.prtm.com/strategicviewpointarticle.aspx?id=3959&langtype=1031
15.06.2010 Zeitarbeit/Projektarbeit
Externe Ingenieure in jedem zweiten Unternehmen
Nicht nur auf gering qualifizierten Arbeitsplätzen werden Zeitarbeitskräfte
eingesetzt. In jedem zweiten deutschen Unternehmen werden auch externe
Ingenieure eingesetzt. Eine Studie im Auftrag der Personalberatung Hays
unterstellt eine weitere Zunahme in der Zukunft. Als Erfolgsfaktoren werden
klare Regeln und Prozesse ausgemacht, aber auch Integrationswille der Externen
und Akzeptanz durch die Festangestellten.
http://www.hays.de/web/hays/Presse/PR_Pressebereich_full.cfm?nid=5b48b1af-fe9b-4063-aa99-c7ac5d06212f&typ=1&dieseID=bb6bdeb2-07e3-4a26-a901-bdc73389cd41
Juni 2010 Wertstromplanung direkt mit Kosten verbinden
Die Wertstromanalyse und darauf aufbauend die Wertstromplanung hat sich –
ausgehend von der Automobilindustrie – in vielen Bereichen etabliert. Die
ganzheitliche Betrachtung von Herstell- und Logistikprozessen vermeidet das so
beliebte Streben nach lokaler Optimierung „in meinem Bereich“. Wesentliches Ziel
ist die Verringerung von Bearbeitungs- und Durchlaufzeiten. Allerdings wird in
der Wertstromplanung klassisch kein direkter Zusammenhang mit den Kosten
dargestellt. Diesem Mangel möchte die „kostenorientierte Wertstromplanung“
abhelfen.
http://www.hs-coburg.de/8220.html bzw. LOG.Kompass 6/2010
Juni 2010 CONWIP – Bestandsregelung in der variantenreichen Fertigung
Prof. Wiendahl hat schon in den 1980er Jahren die „belastungsorientierte
Auftragsfreigabe“ als Methode propagiert, die Fertigung nicht mit Aufträgen zu
verstopfen. Während diese Methode auf dem Arbeitsinhalt der Aufträge basiert,
steuert KANBAN direkt die Menge des Materials in der Fertigung. KANBAN hat sich
als Steuerungsprinzip bewährt, insbesondere für eine variantenarme Fertigung mit
vergleichsweise geringen Schwankungen auf hohem Verbrauchsniveau. CONWIP (Constant
work in process) überträgt KANBAN auf die variantenreiche Fertigung. Es bleibt
bei der KANBAN-Karte. Sie ist aber nicht mehr auf ein bestimmtes Material
fixiert. Definition unter
http://de.wikipedia.org/wiki/Conwip und mehr bei
http://www.produktion-und-logistik.de/produktionundlogistik-205.html
oder
http://www.schmid-wolff.de/files/log_kompass_mai10.pdf
Juni 2010 WInD - Produktionssysteme auf dem Prüfstand
Das Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen entwickelt
derzeit ein neues Konzept für die Produktionsplanung und -steuerung im
Maschinen- und Anlagenbau. Das Konzept des „Manufacturing Resource Plannings“
(MRP II) soll durch eine neue Logik ersetzt werden. Das vor kurzem dazu
gestartete Forschungsprojekt trägt den Namen „Wandlungsfähige Produktionssysteme
durch integrierte IT-Strukturen und dezentrale Produktionsplanung und -steuerung“,
kurz „WInD“. Ein Ziel ist es, durch neue Standards die Prozesse zu vereinfachen
und unterschiedliche IT-Systeme zu verknüpfen. Die Produktindividualität, kurze
Lieferzeiten und ein hoher Preisdruck machen den Maschinenbauern derzeit zu
schaffen. Hinzu kommt, dass Entscheidungen häufig auf Basis von Annahmen oder
falschen Werten getroffen werden. Unrealistische Durchlaufzeiten oder nicht
gepflegte Wiederbeschaffungszeiten bei Fremdbezug führen zu Lieferverzögerungen.
Es bestehen Schwierigkeiten beim Datenaustausch, häufig zulasten der
Datenqualität oder -verfügbarkeit.
http://www.fir.rwth-aachen.de/forschung/forschungsprojekte/wind
Juni 2010 Kurzfristige und wirkungsvolle Bestandsoptimierung
Immer wiederkehrend, die Aufforderung zur Senkung der Bestände. Geht das auch
relativ kurzfristig? Vielfach ja!. Auch in meiner Beratungspraxis hat sich eine
ABC–Analyse als Ausgangspunkt bewährt. Gegen wirkliche Ladenhüter ist zwar
kurzfristig kaum anzukommen, es sei denn man verschrottet sie. Die Verfeinerung
durch eine XYZ-Analyse - leider nicht von allen ERP-Systemen wirksam unterstützt
– gibt weitere Erkenntnisse. Wenn man dazu den Bedarf nach Kundenwunschtermin
statt den Verbrauch heranzieht, erhält man Ergebnisse, die nicht länger durch
die Unzulänglichkeiten der Vergangenheit beeinflusst sind. Auf der Basis dieser
Analysen erhält man weitere Anhaltspunkte zur Einstellung der Dispoparameter.
Machen Sie es nicht zu kompliziert: beschränken Sie sich auf wenige
Dispositionsverfahren und klar überschaubare Parameter. Nicht vergessen,
realistische Lieferzeiten zu pflegen. Für längerfristigen Erfolg ist die
Stammdatenpflege in der Organisation an den richtigen Stellen zu verankern.
http://www.bme.de/Kurzfristige-und-wirkungsvolle-Bestandsoptimierung.49281.0.html
23.05.2010 Talsohle durchschritten – schon wieder Lieferengpässe?
Lieferengpässe im produzierenden Gewerbe gefährden zunehmend den
wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland. In den vergangenen Wochen hat sich
die Versorgungssituation in vielen Unternehmen drastisch verschlechtert, mit der
Folge, dass der normale Ablauf der Produktion zunehmend bedroht ist. Das ist das
Ergebnis einer Blitzumfrage von Roland Berger unter Einkaufsleitern. Als
Begründung dient weniger die Vulkanasche aus Island als vielmehr Schwierigkeiten
im Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage verschärft durch Verzögerungen in den
Wertschöpfungsketten. Besonders häufig wurden Versorgungsprobleme bei
Elektronikkomponenten, Guss- und Schmiedeteilen erwähnt. Die in der Krise durch
Kurzarbeit, Personalabbau, Werksschließungen zurückgefahrenen Kapazitäten können
vielfach nicht schnell genug reaktiviert werden.
http://www.rolandberger.com/company/press/releases/Lieferengpaesse_in_der_deutschen_Industrie_de.html
April 2010 Entlastung beim Kommissionieren
Auf der diesjährigen Logimat als „Bestes Produkt“ ausgezeichnet eine Lösung von
Gebhardt, die das Kommissionieren von Palette zu Palette erleichtert.
Zielrichtung war der Lebensmittelhandel. Der Kommissionierer ist mit Manschetten
und Sensoren verbunden. Ein Seilzug übernimmt ca. 80% der Hebeleistung. Mehr
dazu
http://www.gebhardt.eu/gebhardt_ecopick.html
März 2010 In allen Publikationen – Cloud Computing
Themen werden nicht immer nach momentaner praktischer Anwendung ausgesucht.
Während die meisten Firmen erworbene Standardsoftware für die Warenwirtschaft,
den Vertrieb und die Buchhaltung einsetzen – und noch kräftig um eigene
Besonderheiten ergänzen – lesen wir allerorten, wie schön „IT aus der Wolke“
ist. Programme und Daten befinden sich nicht mehr auf einem dedizierten Rechner
sondern transparent verteilt im weltweiten Netz. Transparent bedeutet hier, wir
wissen nicht mehr, wo gerechnet wird und wo sich die Daten befinden. Die
Abrechnung der Leistung erfolgt verbrauchsorientiert. Die Leistung ist gleichsam
beliebig skalierbar; es gibt keinen Hardwarewechsel, keine Kostensprünge mehr.
Die Erklärung:
http://de.wikipedia.org/wiki/Cloud und aktuell Computing
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Deutsche-IT-Branche-will-die-Cloud-mitgestalten-953839.html
Februar 2010 Bestandsoptimierung – umfassende Betrachtungsweise
erforderlich
Auf die gemeinsame Umfrage von LOGISTIK HEUTE und J&M Management Consulting habe
ich bereits im November 2009 aufmerksam gemacht. Im heutzutage üblichen
Vergleich zwischen dem Verhalten von TOP-Firmen und dem Durchschnitt werden
Erfolgsfaktoren isoliert. Die Gemeinsamkeit lässt sich beschreiben als
„systematischer agieren“. Dazu gehört die Verantwortung für die Bestände ist
klar geregelt, die Optimierung erfolgt regional oder weltweit und nicht nur
lokal. Champions binden tendenziell mehr Funktionen intern und extern ein.
Auffällig ist allerdings dass von den Champions Softwareanbieter, Universitäten
und Verbände eher weniger eingebunden werden.
http://www.logistik-heute.de/logistik-heute-09-12-Z04-1-Prozesse-Bestandsoptimierung-Steuerung-Umfrage.php
12.01.2010 Nachhaltigkeit nicht überall Thema
Für 41 Prozent der Einkaufs- und Beschaffungsverantwortlichen des produzierenden
Gewerbes spielen ökologische, für ein Viertel soziale Standards im Einkauf auch
heute noch keine Rolle. Und das, obwohl 34 Prozent der 202 in einer aktuellen
Studie des Kerkhoff Competence Center of Supply Chain Management (KCC) an der
Universität St. Gallen und des Instituts für Demoskopie Allensbach befragten
Unternehmen erklärt haben, dass die Einhaltung ökologischer und sozialer
Standards zu Wettbewerbsvorteilen geführt habe.
http://www.mylogistics.net/de/news/themen/key/news1123422/jsp
Dezember 2009 Anderes Zeitverständnis oder Schweigen als Stilmittel
Im Zuge der Globalisierung möchten Konzerne und große Mittelständler gern jede
Stufe der Wertschöpfung an den Ort verlagern, der die jeweils beste Kombination
von Ressourcenverfügbarkeit, Absatzmöglichkeiten und Preis-Leistungs-Relationen
verspricht. Stuttgart, Straßburg oder Schanghai, das spielt zunächst keine
Rolle. Sie etablieren ausgefeilte Distributionsnetzwerke. Die Risiken einer
internationalen Supply Chain können vielfältig sein. Die Rolle von kulturellen
Einflüssen auf internationale Supply Chains wird bis heute immer wieder
unterschätzt. Dass sie konkreten Einfluss auf die Geschäftstätigkeit haben
können, wird inzwischen durch eine Vielzahl von empirischen Studien belegt.
Interessanterweise lehrt die Praxis, dass interkulturelle Zusammenarbeit
keineswegs zu Beginn, sondern meist erst in fortgeschrittenen Phasen, also nach
mehreren Monaten, gefährdet ist. Mehr zu High- und Low-Kontext-Kulturen von
Prof. Dr. Jörg Stender und Stefan Iskan unter
http://www.logistik-heute.de/logistik-heute-09-12-F02-1-Profile-Interkulturelle-Kompetenz-Kommunikation-Distributionsnetzwerke.php
05.11.2009 Fünf Paletten Vorrat geben dem Werker ein gutes Gefühl
Zu hohe Bestände wegen mangelnder Liefertreue verursachen im Maschinen- und
Anlagenbau enorme Verluste, ergab eine Studie des Werkzeugmaschinenlabors (WZL)
der RWTH Aachen und der My Open Factory Software GmbH. Prof. Kampker nimmt in
einem Interview dazu Stellung und sagt: „Das hat sich schrittweise aufgebaut.
Wenn ständig die Maschine oder Montagelinie optimiert wird, wachsen auch die
Bestände, um Pufferzeiten sinnvoll nutzen zu können.“ Dieser hohe Anteil am
Umsatz weise nicht zwingend auf Mängel in der Betriebsführung hin. Daraus ergibt
sich aber lt. Prof. Kampker das Unternehmen mit einem intelligenten
Beschaffungsmanagement im Schnitt 5,4% ihrer Kosten einsparen können.
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/index.cfm?pid=1650&pk=237501&nl=1&cmp=nl-97-1-061109
November 2009 Ran an die Bestände
Unter diesem Titel gibt es in der Novemberausgabe der Zeitschrift Logistik Heute
die Ergebnisse einer Umfrage zum Thema Bestandsoptimierung, durchgeführt in
Kooperation mit J&M Consulting. Von den über 200 Teilnehmern kam knapp die
Hälfte aus dem Maschinenbau. Einige Ergebnisse: das Thema ist primär von
finanziellen Aspekten getrieben, aber auch der Service-Level zum Kunden und
operationale Aspekte sind wichtige Motive. Der durchschnittliche Erfolg der
Projekte zur Bestandsoptimierung lag bei 27% Bestandssenkung – mit einer weiten
Bandbreite. Als wichtige Erfolgsfaktoren kristallisierten sich eine mindestens
lokal vorhandene Strategie, eine Organisation mit klarer Verantwortlichkeit für
das Bestandsmanagement und definierten Prozessen. Dagegen ist die IT-Technologie
zwar eine notwendige Basis, steuert an sich aber keinen Erfolgsfaktor bei.
Oktober 2009
Logistikkosten – wie stehen wir im Vergleich
da?
Diese Frage wird relativ häufig in Gesprächen an mich herangetragen. Die Antwort
ist nicht einfach. In jüngster Zeit erschienen in der Fachpresse einige
Veröffentlichungen zu Logistikkosten in verschiedenen Branchen, über längere
Zeiträume, nach Kostenarten. Hier kann man sich natürlich etwas aussuchen. Dazu
gehört auch die Aussage, dezentral arbeitende Unternehmen mit höheren
Logistikkosten hätten tendenziell ein besseres EBIT. Aber was wurde genau bei
den Logistikkosten eingerechnet, was nicht? Trotz dieser Unsicherheiten sind
Mittelwerte und Trends sicherlich im Großen und Ganzen brauchbar. Nur zum
Benchmark der eigenen Organisation taugen sie halt nicht. Helfen würde hier nur
ein direkter Vergleich mit einem gleichartig arbeitenden Unternehmen bei
Offenlegung aller Daten. Und auch das nur zu einem bestimmten Zeitpunkt, denn
die Wettbewerber arbeiten sicherlich auch am Thema Logistikkosten.
Ich rate zu einem anderen Weg: Definieren Sie Ihre Logistikkosten, wie Sie
wollen. Schauen Sie sich die Entwicklung im Laufe der Zeit an. Nehmen Sie von
anderen Unternehmen, die nun nicht mehr vergleichbar sein müssen, Entwicklungen
und Hebel und übertragen sie auf Ihr Unternehmen.
Oktober 2009
Ersatzteildistribution bei Peugeot mit neuer Strategie - aber ohne
Automatisierung
Der französische Autobauer PSA fährt in der Ersatzteildistribution seit April
einen neuen Kurs. Das Logistikzentrum im niedersächsischen Rieste übernimmt die
Schlüsselrolle zur Versorgung des deutschen und niederländischen Marktes. Was
mir erwähnenswert erscheint: Auf Automatisierung hat PSA in Rieste komplett
verzichtet. Wegoptimierung und schlanke Prozesse in der Bestellabwicklung sind
Kernpunkte. Die Kunden werden nach Größe unterschieden und ihnen werden
bestimmte Stell-, Kommissionier- und Versandzonen im Lager zugeordnet.
http://www.logistik-heute.de/logistik-heute-09-10-J01-1-Neubau-Projekte-Ersatzteildistribution-PSA-Logistikzentrum-Rieste.php
September 2009 Interkulturelle Logistiker
Logistiker im Auslandseinsatz werden immer wichtiger. Viele bringen sich mit
ihrer Auslandserfahrung ins Unternehmen ein. Ein Engagement in Übersee verlangt
von den Logistikmitarbeitern interkulturelle Kommunikation, Flexibilität und
Kreativität. Immer wieder wird China mit seiner abweichenden Kultur zur Sprache
gebracht. Ich wage nicht, meine Erfahrungen zu verallgemeinern, aber ich gebe
sie gerne weiter. Die chinesische Sprache zu erlernen wird schwer fallen, eine
Verständigung über Dolmetscher ist riskant. In einigen Regionen Chinas gibt es
aber ein ausreichendes Angebot fachlich gut ausgebildeter, leidlich Englisch
sprechender Mitarbeiter. Dies trifft auf den Großraum Shanghai zu. Die
kulturellen Unterschiede sind hier geringer. Taiwan sieht sich in vielerlei
Hinsicht als das wahre China. Trotz längerem westlichen Einfluss erschienen mir
die kulturellen Besonderheiten (Hierarchie, Alter, Konsenspflicht) in Taiwan
stärker.
Im angehängten Link finden Sie einige weitere Gedanken.
http://www.logistik-heute.de/logistik-heute-09-09-02-1-Karriere-Logistik-Auslandseinsatz-Unternehmen-Interkulturelle-Kommunikation-Training.php
September 2009 Beschaffungsmarkt Indien
Indien bietet als Land für Low-cost-sourcing eine Reihe von Vorteilen, nicht
zuletzt die Wirtschaftssprache Englisch. Die Herstellkosten legen 45% Einsparung
nahe. Tatsächlich werden laut einer Studie von Miebach Consulting aber nur
durchschnittlich 15% erreicht.
http://www.bme.de/Best-Cost-Country-Indien-Wirtschaftliche-Verluste-durch-schlechte-Planung.47083.0.html
August 2009 - Distribution nach Asien mit Fußangeln
Das große Exportgebiet der Zukunft für die deutsche Industrie ist Asien. Das
hört man nicht nur, das ist auch so. Viele Unternehmen haben sich bereits
entsprechend aufgestellt. Teilweise wird auch in Asien eingekauft oder
produziert. Bei meinem Einsatz im Juni bei mehreren Tochtergesellschaften eines
deutschen Konzerns ging es vordergründig um Senkung von Beständen in der Region
und um bessere Prozesse zur Steuerung der jeweiligen Lagerbestände. Wenn man
etwas tiefer bohrt stellt man fest, vielfach reagieren die Gesellschaften in
Asien auf das Verhalten in Europa, z.B. lange Lieferzeiten und geringes
Verständnis für die Situation im Ausland. Mit der Krise wird überdeutlich, die
Steuerung nach lokalen Kriterien ist insgesamt „suboptimal“. Klare Regelungen
müssen her, vor allem aber eine adäquate Kommunikation.
Juli 2009 RFID - bei Metro vom Piloten in den Alltag
Während die Rewe Group ihre Projekte zu RFID vor Kurzem erst einmal eingefroren
hat bereitet Metro ein Rollout nach dem anderen vor. Metro will die Abläufe in
den Centern beschleunigen und vom Wareneingang über das Bestandsmanagement, die
Verräumung bis zum Regalmanagement stets aktuell die Bestände zur Verfügung
haben. Beabsichtigte Vorteile sind beispielsweise die Chaosverräumung und das
Messen von Bestandslücken. Mehr unter
http://www.logistik-heute.de/logistik-heute-09-07-Z01-1-RFID-Praxis-Alltag-Logistik-und-Lagermanagement-Metro-AG-Galeria-Kaufhof.php
10.07.2009 Produktionslogistik - IML entwickelt Konzept für Claas
Claas, der Träger des Deutschen Logistik-Preises von 2007, produziert seine
Mähdrescher und Häcksler im Stammwerk Harsewinkel. Bisher wurde stets ein
Produkt über eine längere Zeit auf der Montagelinie aufgebaut, um dann ebenfalls
über einen längeren Zeitraum das andere Produkt zu fertigen. Mit einem neuen Typ
mussten die Abläufe ohnehin umgestaltet werden. Nun wurde auch gleich eine
Mixmontage angestrebt, bei der verschiedene Produkte an einem Tag zusammengebaut
werden können. Das Dortmunder Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik
(IML) hat für Claas nun ein Konzept zur Produktionsversorgung für eine flexible
Mixmontage entwickelt. Einzelne Vormontagen werden zu Lieferanten verlagert;
einbaufertige Module werden sequenzgenau angeliefert; kommissionierfähige Teile
werden in einem Supermarkt direkt an der Montagelinie bereitgestellt. (Quelle
LOG.m@il Nr. 27, 10. Juli 2009)
01.06.2009 Neues Logistikzentrum für Keller & Kalmbach in Hilpoltstein
Keller & Kalmbach gehört zu den führenden Großhandelsunternehmen für
Verbindungselemente, Schrauben, Befestigungstechnik, Dübel, Zeichnungsteile,
Handwerkzeuge, Elektrowerkzeuge, Hebezeuge, Arbeitsschutz,
Betriebseinrichtungen, Chemisch-Technische Produkte etc. Das Unternehmen sieht
sich als Spezialist für das C-Teile-Management. Anfang März 2008 erfolgte der
Startschuss für den Bau des zukünftigen Lager- und Distributionszentrums. Nach
etwas über einem Jahr Bauzeit erfolgte die Inbetriebnahme des neuen
Zentrallagers in Hilpoltstein. Seit Anfang Mai wird nach und nach Ware
eingelagert und sowohl das Palettenhochregallager (37.000 Palettenplätze) als
auch das Kleinteilelager (161.000 Stellplätze) befüllt. Die ersten
Auslieferungen erfolgten ab Juni 2009. Voll betriebsbereit wird das Lager ab
August/September 2009 sein, nachdem die Umlagerung der Artikel aus dem
bisherigen Zentrallager in Unterschleißheim abgeschlossen ist.
http://www.keller-kalmbach.com/de/unternehmen/neubau-zentrallager-hilpoltstein.html#c2972
01.06.2009 Potenziale in der Ersatzteillogistik bei stagnierenden Märkten
Das Ersatzteilgeschäft erlaubt in der Regel höhere Margen als das übrige
Geschäft. Allein aus diesem Grund ist es für Unternehmen attraktiv. In Zeiten
flauen Absatz bei Neuprodukten gewinnt es zusätzlich an Bedeutung. Weiterhin
sichert der Ersatzteilservice die Kundenbindung für die nächste Aufschwungphase.
Neben dem Erstmarkt an Ersatzteilen entwickelt sich zunehmend „ein grauer
Markt“, der die Originalhersteller und ihre Distributionskanäle angreift.
Chancen für ein lukratives Ersatzteilgeschäft sind nur mit exzellentem Service
sowohl in Sortimentsbreite als auch in Sortimentstiefe zu erzielen. Die
Logistikstrukturen müssen den spezifischen Lieferzeitanforderungen und
Mengenströmen angepasst werden und die operative Logistikabwicklung muss durch
effizientere Prozesse kostengünstig abgewickelt werden. Das Fachforum
„Potenziale in der Ersatzteillogistik“ der Deutschen Logistikakademie am 16.
Juni in Frankfurt am Main gibt einen Überblick zum Reifegrad der
Ersatzteillogistik in den unterschiedlichen Branchen und zeigt die daraus
abzuleitenden Umsatzpotenziale auf.
http://www.dla.de/711_1
26.05.2009 Studie mit teilweise erstaunlichen Ergebnissen
Mit Unterstützung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie und weiterer
Partner hat Miebach Consulting die Studie "Global Logistics Trends 2009"
erarbeitet und auf der Transport Logistic 2009 vorgestellt. Sie räumt auf mit
simplen Unterstellungen. Die Analyse zeigt einen deutlichen positiven
Zusammenhang zwischen Wachstum und Vorsteuergewinn (EBT), aber keine Korrelation
zwischen EBT und Logistikkosten. Offensichtlich haben Logistikkosten nur
begrenzt Einfluss auf die Profitabilität der Unternehmen. Die Logistik ist
Schlüsselfaktor für Service und Kundenzufriedenheit und beeinflusst daher den
Gewinn mehr durch Leistungen als durch Kosten. Ebenfalls bemerkenswert:
Unternehmen mit einem durchschnittlich höheren EBT tendieren zu eher dezentralen
Logistiklösungen. Mehr unter
http://www.mylogistics.de/de/news/themen/key/news1045282/jsp
25.05.2009 Kurzarbeit für Weiterbildung im Projektmanagement nutzen
Für Unternehmen und Mitarbeiter in Kurzarbeit gewinnt das Thema Weiterbildung
gleich doppelt an Bedeutung: Anstatt Personal abzubauen, investieren
weitsichtige Unternehmen in die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter und gehen bei
wieder ansteigender Auftragslage deutlich gestärkt aus der Kurzarbeit heraus.
Seitens der Mitarbeiter können während der Kurzarbeitszeiten sogar diejenigen
für die eigene Weiterqualifizierung motiviert werden, die sonst im
Alltagsgeschäft voll ausgelastet sind.
Derzeit besonders attraktiv für die Unternehmen: Bildungsmaßnahmen, deren
Finanzierung von der Bundesagentur für Arbeit gefördert werden.
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/managementundit/personalwesen/articles/189028/?nl=1&cmp=nl-97-1-260509
11.05.2009 Regionale Aufstellung ist gefragt
Steigende Logistikkosten und eine dünne Kapitaldecke zwingen Unternehmen
derzeit, ihre Supply Chains anzupassen. Die European Logistics Association (ELA)
und A.T. Kearney haben regionale Produktionsstrukturen als einen Erfolgsfaktor
ermittelt. Straffes Risikomanagement und eine systematische Steuerung des
Nettoumlaufvermögens geben Wettbewerbsvorteile.
Dazu gehört eine Konsolidierung und Regionalisierung der Lieferkette. Die
Experten erwarten, dass die Anzahl der Produktions- und Lagerstandorte in den
nächsten Jahren deutlich zurückgehen wird. (Vergleiche dazu aber auch die
Bemerkung im nächsten Abschnitt.). Bei den Eingangslagern wird bis 2013 eine
Reduktion von rund einem Drittel, bei den Distributionszentren von etwa einem
Fünftel erwartet.
An der Untersuchung 2008 mit dem Schwerpunkt „Wirtschaftskrise“ haben sich 150
Unternehmen aus 18 europäischen Ländern und acht Branchen beteiligt. (Quelle
LOG.m@il Nr. 20, 22. Mai 2009 und
http://www.atkearney.de/content/veroeffentlichungen/whitepaper.php/id/50658
http://www.bme.de/Europaeische-Supply-Chains-Regionale-Aufstellung-gefragt.46511.0.html
24.04.2009 Studie: Outsourcing lohnt nicht in jedem Fall
Betriebe mit einer hohen Fertigungstiefe erreichen im Gegensatz zum Durchschnitt
der Industrie eine höhere Produktivität. Das ist das Ergebnis einer Studie vom
Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung, die auf der Hannover
Messe vorgestellt wurde. Auftraggeber ist der Verein Deutscher Ingenieure (VDI).
„Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie durch Outsourcing nicht zwingend Kosten
senken“, sagt VDI-Präsident Prof. Bruno O. Braun. Die Betriebsgröße spiele dabei
keine Rolle.
Transaktionskosten mit Zulieferern, Abhängigkeiten und Zulieferermargen würden
von den Unternehmen häufig unzureichend berücksichtigt, geht aus der
Untersuchung hervor. Aktives Insourcing steigere die Produktivität dagegen um
teilweise mehr als 10 Prozent. Für das Insourcing sprechen niedrigere Kosten
durch verminderte Abstimmungsprozesse und eine erhöhte Flexibilität in
Engpasssituationen. Zudem bleiben Kernkompetenzen der Fertigung im Unternehmen.
(Quelle: LOG.m@il Nr. 16, 24. April 2009)13.04.2009 Quick-Wins bevorzugt
Kurzfristige Optimierung hat derzeit Priorität bei den Supply-Chain-Managern. Zu
diesem Ergebnis kommt eine Studie der Capgemini Consulting. Schnelle
Einsparungen sind in der Wirtschaftskrise für die Mehrheit der Befragten am
wichtigsten. Die Top-Zehn der aktuellen SCM-Projekte werden durch Maßnahmen zur
Optimierung des Lagerbestands (48 Prozent) angeführt. Mit einem
Bedeutungsrückgang von 14 Prozentpunkten sind strategische SCM-Projekte die
Verlierer der Krise - nach Ansicht von Capgemini ein Risiko. (Quelle: LOG.m@il
Nr. 13, 3. April 2009)
Auch in meinem Beratungsumfeld hat derzeit Bestandsmanagement oberste Priorität.
Ich unterstütze Sie gern bei aktuellen Fragestellungen.
16.04.2009
„Chinas Wachstum stürzt auf Rekordtief“ titelt das Handelsblatt am 16.4.09
Und weiter: „Im ersten Quartal ist Chinas Wirtschaft so langsam gewachsen wie
seit mindestens 17 Jahren nicht mehr. Zwischen Januar und März stieg das
Bruttoinlandsprodukt nur noch um 6,1 Prozent im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum.“ Anschließend relativiert der Text des Handelsblatts
allerdings den Titel.
Wir sehen in Deutschland „nur noch“ etwas anders. Und auch bei meinem kürzlichen
Auftrag in China habe in den Zahlen meines Auftraggebers in China weitgehende
Stabilität gesehen. In gleicher Richtung geht die Erfolgsmeldung von
Gildemeister von der Messe CIMT in Peking.
http://de.reuters.com/article/deEuroRpt/idDELE34955520090414
16.03.2009 Mitarbeiter und Marketing sind die Erfolgskriterien im Mittelstand
Das BeraterNetz Mainfranken präsentierte im Rahmen der Businesslounge im
Würzburger Saalbau Luisengarten vor mehr als 200 Gästen aus Industrie, Handel,
Dienstleistung und Handwerk seine Studie zum Thema: Erfolgskriterien im
Mittelstand.
Michael Beckhäuser, 2. Vorstand des BeraterNetz, präsentierte zum Teil
überraschende Ergebnisse. Während ständig neue Negativrekorde einer
hereinbrechenden Rezession veröffentlicht werden, sehen sich die mainfränkischen
Unternehmen gut aufgestellt. Annähernd 75% der befragten Firmen erwarten für das
Geschäftsjahr 2009 ein mindestens gleich gutes, oder sogar ein besseres
Geschäftsergebnis als 2008. Die wichtigsten Faktoren um dies zu erreichen sind
branchenunabhängig: Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter, sowie
zielgerichtetes Marketing! Mehr dazu und zum Download der Studie unter
http://www.beraternetz-mainfranken.de/node/1545
In der Krise liegen auch Chancen: Beispiel aus dem Bereich der
technischen Innovationen
02.03.2009 Hydrostatisch Regeneratives Bremssystem von Rexroth
Ressourcenschonung ist Antrieb für ein neues Produkt, das bei Nutzfahrzeugen
mit ausgeprägter Start-Stopp-Charakteristik im Betrieb – bestes Beispiel
Müllfahrzeuge – den Dieselverbrauch um ca. 25% senken kann. Grundidee des
Hydrostatisch Regenerativen Bremssystems HRB ist, die kinetische Energie beim
Bremsen nicht zu vernichten, sondern in hydraulische Energie umzuwandeln und zu
speichern. Beim nächsten Beschleunigungsvorgang wird die gespeicherte Energie
wieder in den Fahrantrieb eingespeist und entlastet so den antreibenden
Verbrennungsmotor.
http://www.boschrexroth.com/country_units/europe/germany/de/presse/themen-_und_statementservice/produktinformationen/brm_de/themenservice-hrb/index.jsp
Mit HRB wurde der Rexroth-Standort Elchingen "Ausgewählter Ort im Land der
Ideen".
http://www.boschrexroth.com/country_units/europe/germany/de/presse/presseinformationen/produktinformationen/brm_de/pi_024_09/index.jsp
05.02.2009 TU-Forscher untersuchen Risiken in der Lieferkette
Prof. Hoffjan, Inhaber des Lehrstuhls für Controlling, hat in einer empirischen
Studie gemeinsam mit Thorsten Pohl insgesamt zwölf Praktiker, vornehmlich aus
dem produzierenden Gewerbe, befragt. Fünf Top-Risikobereiche wurden ausgemacht:
Produktion, Lieferunfähigkeit der Lieferanten, Prozessstabilität, Risiken auf
Kundenseite sowie Qualität. Risiken, an die jeder sofort denkt, wie z.B. Streik,
Naturkatastrophen oder auch politische Risiken, werden überbewertet. Besonders
schlanke Lieferketten sind in ihrer Versorgungssicherheit gefährdet. Eine
systematische Analyse hilft. Es gibt eine Reihe von Risiken, wenn man dann die
ganze Kette durchgeht. Dabei wird manchmal ein kleines, vermeintlich unwichtiges
Detail ausgemacht. Man sollte die unvermeidlichen und die bewusst in Kauf
genommenen Risiken kennen. Die Dokumentation zwingt das Management, "Farbe zu
bekennen", welche Risiken für welche Aktionen eingegangen wurden. Denn bei den
Maßnahmen zur Sicherheit der Supply Chain durch Risikomanagement ist die Rendite
schwer darzustellen. Der Nutzen würde erst dann sichtbar, wenn ein Schadensfall
eintritt.
http://www.mylogistics.net/de/news/themen/key/news1000582/jsp
Das Risikomanagement in der Supply Chain ist eines der zentralen Themen der
Tagung "Supply Chain Management im Mittelstand" der Wiso-Fakultät der TU
Dortmund.
http://www.forum-technisches-management.tu-dortmund.de/nossl/files/Downloads/CFP_Brochure_2009.pdf
Februar 2009 BME-Kennzahlen: Einkaufskosten im Maschinenbau sind Spitze
Deutschlands Maschinenbauer produzieren Spitzentechnik. Im Einkauf agieren nicht
alle Unternehmen gleichermaßen professionell. Das legen die vom BME ermittelten
Kennzahlen nahe. Sie vergleichen mit dem Durchschnitt oder den Top-5-Unternehmen
und ermöglichen damit Rückschlüsse auf die Qualität der Einkaufsorganisation.
Die Auswertungen des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik
e.V. basieren auf den Daten von über 150 Unternehmen. Sie zeigen, dass große
Unterschiede bei Effizienzkennzahlen vorliegen, insbesondere bei den
verschiedenen Branchen und Unternehmensgrößen.
www.bme.de
05.02.2009 Forschungsprojekt „Allianz Digitaler Warenfluss“ startet
Große deutsche Anbieter von Unternehmenssoftware wollen künftig gemeinsam mit
Partnern aus Wissenschaft und Industrie die Nutzung des “Internets der Dinge“ in
Geschäftsprozessen vorantreiben. Dazu gehören der Koordinator SAP AG, das
Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), die
Fraunhofer-Gesellschaft, die IDS Scheer AG, die Software AG sowie die Technische
Universität Darmstadt und das Institut für Angewandte Informatik der Technischen
Universität Dresden.
Ziel des Forschungsprojektes ist es, Technologien für Unternehmensanwendungen zu
erforschen, die komplexe und dynamische Geschäftsprozesse über das „Internet der
Dinge“ planen, steuern und ausführen. Bisher wurden Technologien aus diesem
Bereich eingesetzt, um Objekte zu identifizieren oder die Datenerfassung an
einzelnen Prozessschritten wie Warenein- oder -ausgang zu automatisieren. Mit
den zu erforschenden Methoden und Werkzeugen wird beabsichtigt, alle am Objekt
auftretenden Ereignisse strukturiert zu erfassen und zu analysieren, um den
gesamten Geschäftsprozess mit Waren- und Informationsfluss automatisiert planen,
steuern und optimieren zu können.
Die entwickelten Anwendungsszenarien sollen auf ihre Einsetzbarkeit in Handel,
Logistik und Maschinenbau geprüft werden. Im Maschinen- und Anlagenbau wird
angestrebt, Lösungen zu entwickeln, die sich verändernde Kundenanforderungen
erkennen und Wartungs- und Instandhaltungsdienstleistungen dynamisch anpassen.
Die „Allianz Digitaler Warenfluss“ wird vom Bundesministerium für Bildung und
Forschung (BMBF) mit 17,7 Millionen Euro gefördert.
http://www.logistik-inside.de/forschungsprojekt-allianz-digitaler-warenfluss-startet-804745.html
Dezember 2008 Maschine oder Lagerkrieger?
Wie die Zukunft der Teilekommissionierung aussehen könnte, diskutierte eine
Expertenrunde anlässlich der Dortmunder Gespräche unter der Moderation von Prof.
Dr. Michael ten Hompel, Geschäftsführender Institutsleiter Fraunhofer Institut
für Materialfluss und Logistik IML, Dortmund. Die Essenz liefern zwei Sätze von
Christoph Hahn-Woernle, Geschäftsführer der Viastore Systems GmbH, Stuttgart:
„Bei zunehmendem Kostendruck müssen die Betreiber intralogistischer Anlagen jede
nur denkbare Rationalisierungsmöglichkeit ausschöpfen. Dabei kann der größte
Hebel in der Intralogistik nach wie vor in der Ablauforganisation angesetzt
werden. Davon ist Automatisierung nur ein Teilbereich.“
http://www.logistik-heute.de/12akt_ausg_art5.php
16.12.2008 RWTH Aachen - Werkzeuge zum Planen und Bewerten von
RFID-Anwendungen in Unternehmen
Das Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen hat eine
Methodik zur Planung und Bewertung des Einsatzes von Radiofrequenzidentifikation
(RFID) für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) entwickelt.
Durch die Unterstützung verschiedener IT-Tools können Kosten und Nutzen von
RFID-Anwendungen trotz ihrer Komplexität monetär bewertet werden.
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/mmlogistik/managementundit/autoid/articles/160419/?nl=1&ACMP=NLC-mm_basic&attr=16-12-2008
05.12.2008 Auch das Handelsblatt mahnt die hohen Bestände an
Für alle am Bestandsmanagement Beteiligten sind – stets als zu hoch eingestufte
– Bestände permanenter Gegenstand der Betrachtung. In der aktuellen Finanz- und
Wirtschaftskrise steigt die Bedeutung. Auf viele Unternehmen kommt zusätzlicher
Abwertungsbedarf zu. Das kann die Relationen in der Bilanz teilweise dramatisch
verschieben. Das Handelsblatt nennt auch Namen und Zahlen.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/volle-lager-kosten-firmen-milliarden;2103541
November 2008 Low Cost Country Sourcing – woher und wohin
Beim Einkauf stellt sich oft die Quotenfrage: welcher Anteil wird aus dem
Ausland bezogen. Insbesondere bei Unternehmen mit Betriebsstätten in
verschiedenen Ländern ist die Frage so platt nicht zu beantworten. Die Frage
muss in Verbindung mit dem Verwendungsland gestellt werden. Der Lehrstuhl für
Betriebswirtschaftslehre in Würzburg, Prof. Dr. Ronald Bogaschewsky und das
Centrum für Supply Management haben mit Unterstützung von Einkaufsverbänden eine
Studie durchgeführt, an der sich nahezu 400 Unternehmen beteiligt haben.
Ergebnis: Für Westeuropa werden 65% in Westeuropa beschafft, 15% in Mittel- und
Osteuropa. Indien plus China liegen mit 7% gleichauf mit Nordamerika. Quelle:
Beschaffung aktuell November 2008,
http://www.supply-markets.com/index.asp?head=0&main=1&besi=500
Oktober 2008 Logistik als Marke begreifen
Unternehmen könnten ohne Logistik ihre Produkte weder herstellen noch
vertreiben. Erstaunlich ist die Diskrepanz beim firmeninternen und externen
Stellenwert der Logistikfunktion. Im August 2008 führte die Logibrand GmbH aus
St. Gallen eine Umfrage unter (nur) 37 Akademikern durch, die jeweils über
mindestens 10 Jahre Berufserfahrung verfügen und außerhalb der
Supply-Chain-Funktionen tätig sind. Die Befragten bewerteten anonym den
Stellenwert und die wahrgenommene Bezahlung von elf betrieblichen Funktionen.
Die Logistik erreicht unter den untersuchten Funktionen einen siebten Platz im
wahrgenommenen Stellenwert und den vorletzten Platz in der Bezahlung. Dr.
Christine Wichert und Urban Siller von der Logibrand GmbH haben aus der
Befragung folgenden Hypothesen gewonnen:
• Die Inhalte der Logistik sind im Unternehmen wenig bekannt.
• Die Schwammigkeit des Begriffs führt zu einem niedrigen Stellenwert.
• Die Assoziationen sind häufig kindlich und teilweise negativ.
• Der Nutzen der Funktion ist unklar.
• Eigene Managementkonzepte fehlen.
• Die Logistik ist eine isolierte Funktion.
• Interne Vermarktungsfähigkeiten fehlen.
• Logistik ist keine Aufgabe für Akademiker.
• Logistik ist konjunkturunabhängig.
• Die Bedeutung des Wirtschaftszweiges Logistik wird unterschätzt.
Die Autoren geben konkrete Tipps, um die Positionierung der Logistik in ihrem
Unternehmen zu erfragen und dann mit Information, Beteiligung und Vermittlung
von Inhalten „gerade zu rücken“.
(Quelle: Logistik Heute 10/2008 bzw.
http://www.logibrand.com/LOGISTIK_HEUTE_Logibrand.pdf )
23.10.2008 Deutscher Logistikkongress 2008 - Kernaussagen zu den
Megatrends
- Globalisierung ist unumkehrbar.
- Zuverlässigkeit ist Topziel, noch vor Kostensenkung.
- Der Trend sinkender Kosten ist unterbrochen – Logistik wird wieder teurer
(vgl. nächsten Punkt)
- Outsourcingpotenziale werden realistischer eingeschätzt.
- Der Wettbewerb um Mitarbeiter verschärft sich weiter.
Weitere Trendaussagen und viele interessante Details unter
http://www.bvl.de/misc/filePush.php?mimeType=application/pdf&fullPath=http://www.bvl.de/files/2/25/Kernaussagen_zur_Trendstudie_1.pdf
23.10.2008 Logistiker rechnen mit steigenden Kosten
Getrieben werden die Logistikkosten vor allem durch steigende Energie-,
Treibstoff- und Transportpreisen sowie hohe Personalaufwendungen. Den Anteil der
Logistikkosten an den Gesamtkosten für das Jahr 2008 beziffert der Handel
durchschnittlich mit 15,9 Prozent, die Industrie sieht diesen Anteil bei sieben
Prozent. Für 2009 rechnet Prof. Straube von der TU Berlin mit um zehn Prozent
wachsenden Logistikkosten. Er wies jedoch darauf hin, dass „40 Prozent der
Unternehmen ihre Logistikkosten in großen Teilen nicht kennen“.
http://www.logistik-inside.de/studie-logistiker-rechnen-mit-steigenden-kosten-760058.html
22.10.2008 Deutscher Logistikpreis 2008 an Lufthansa und Fraport
Die Deutsche Lufthansa AG und die Fraport AG sind gemeinsam Träger des Deutschen
Logistik-Preises 2008. Die Möglichkeit, sich die prämierte Lösung unter
fachkundiger Führung vor Ort anzuschauen, gibt es am 26. November beim
"Schulterblick", einer Veranstaltung der Deutschen Logistik-Akademie. Das
Logistikkonzept „Integrierte Passagier- und Gepäcklogistik am Aviation-Hub
Frankfurt/Main“ zielte unter anderem auf die Entwicklung einer eng verzahnten
Logistikkette, die es auch unter schwierigen, veränderlichen Rahmenbedingungen
ermöglicht, alle ankommenden Fluggäste innerhalb kürzester Zeitspannen unter
Wahrung der 1:1-Beziehung von Passagier und Gepäck auf ihre individuellen
Anschlussflüge zu bringen. Dazu war eine übergreifende Zielabstimmung zwischen
Fraport und Lufthansa sowie die Integration der unterschiedlichen
Unternehmenskulturen und Zielsysteme erforderlich. Link zur Broschüre der
Gewinner:
http://www.bvl.de/misc/filePush.php?mimeType=application/pdf&fullPath=http://www.bvl.de/files/2/19/253/FRA_LH-Logistikbroschuere_Gewinner_to_view.pdf
20.10.2008 Umweltfreundliche Logistik ja – aber ohne Mehrkosten
Fast alle Logistikmanager sehen umweltfreundliche Logistikprozesse als
wesentliches Kriterium für zukünftigen Geschäftserfolg an. Zusätzliche Kosten
für nachhaltige Lieferketten akzeptieren sie jedoch mehrheitlich nicht, und
weniger als die Hälfte lässt sich bei der Auftragsvergabe an
Logistikdienstleister von Umweltaspekten leiten. Dies ist eine der Aussagen der
jährlichen Third Party Logistics (3PL) Studie. Sie befasst sich in diesem Jahr
insbesondere mit der Auslagerung von Logistikleistungen. Befragt wurden über
1.600 Logistikmanager aus Nordamerika, Europa, Asien/Pazifik und Lateinamerika,
die zu Themen wie Nachhaltigkeit, Sicherheit und vernetzte Lieferketten einen
breiten Branchenüberblick liefern. Initiatoren der Studie sind Capgemini, DHL,
das Georgia Institute of Technology und Oracle.
http://www.mylogistics.net/de/news/themen/key/news955582/jsp
Oktober 2008 Kamera für Kartons
Am Firmensitz in Weiden i. d. Oberpfalz betreibt das zur Otto Group gehörende
Unternehmen Witt ein Lager zur zentralen Annahme eingehender Ware von über 1.100
Lieferanten. Die Textilien werden als Hänge- und Legekonfektionen per Lkw in
Kartons angeliefert, die über mehrere Vereinnahmungslinien in ein Zwischenlager
laufen. Hierbei erfolgt auch eine automatische, optische Identifikation, die
Wägung und die Vermessung der einzelnen Kartons.
Die Daten werden an ein proprietäres Warenwirtschafts- und
Lagerverwaltungssystem (WWS und LVS) übertragen. Die hausinterne
Datenverarbeitung hat es speziell für die Bedürfnisse des Fachbereichs Logistik
entwickelt. Die eingehenden Pakete sollen anhand klarschriftlich aufgebrachter
Ziffernfolgen auf einem standardisierten Etikett identifiziert werden können.
Diese klarschriftliche Aufzeichnung hat für die Witt-Gruppe Vorteile: Die
Zulieferer stammen aus aller Welt. Dazu zählen beispielsweise auch sehr kleine
asiatische Firmen, die nicht nur andere Schriftbilder nutzen. Für sie wäre auch
das Ausdrucken von Barcodes mit einem zu hohen Aufwand verbunden. Für die
Ausführung der Etiketten-Beschriftung mit Artikelnummer, Artikelanzahl und
Konfektionsgröße gibt es deshalb nur die Vorgabe, arabische Ziffern zu
verwenden.
http://www.logistik-heute.de/10akt_ausg_art4.php
01.10.2008 Die Zukunft des Lean Management
„Lean Management“ gehört auch im 21. Jahrhundert zu den wichtigsten Strategien,
logistische Prozesse in Produktionsunternehmen effizienter zu gestalten. Auf dem
Cluster Forum „Schlanker Materialfluss“ diskutierten Vertreter mittelständischer
Fertigungsbetriebe aus Bayern auf Einladung der staatlichen
Wirtschaftsförderungsgesellschaft Bayern Innovativ über die aktuellen Trends und
Entwicklungen im Lean Management, Methoden wie Kanban, Just-in-time, Kaizen oder
Poka Yoke. Einigkeit herrschte dahingehend, dass man die gesamte Philosophie
verinnerlichen muss. Ob man dann alle Bausteine übernimmt, oder nur einzelne
Methoden auswählt bleibt offen.
In vielen Unternehmen ist die Produktion aber heute noch zentralistisch
aufgebaut: zentrale Produktionssteuerungssysteme und leicht austauschbare
Fließbandmitarbeiter. Eine moderne Fertigung nach dem Toyota Production System
stellt den Mensch in den Mittelpunkt. Gut organisierte Teams von Arbeitern
sorgen sowohl für die Fertigung als auch für die Steuerung und permanente
Weiterentwicklung des Systems.
Professor Christoph Meyer von der Hochschule Rosenheim riet den Teilnehmern, die
Einführung solcher neuen Fertigungsmodelle gut vorzubereiten. „Man hat nur einen
Versuch“, ansonsten hinterlasse man in dem Unternehmen viel Enttäuschung und
verbrannte Erde.
http://www.logistik-inside.de/die-zukunft-des-lean-management-755160.html
15.09.2008 Benchmarking-Studie zum Exportmanagement
Das Deutsche Benchmarking Zentrum (DBZ) am Institut für Prozessoptimierung und
Informationstechnologien (IPO-IT) in Berlin führt am Ende des dritten Quartals
2008 die zweite Benchmarking-Studie zum Exportmanagement durch. Untersucht wird
die Bearbeitung von Überseetransporten per Seefracht und Luftfracht anhand von
Prozessabläufen und ausgewählten Leistungsindikatoren. Mit Hilfe von Fragen und
Kennzahlen werden die Prozesse vom Auftragsmanagement über die
Dokumentenabwicklung bis hin zur Transportdisposition erfasst und verglichen.
http://www.mylogistics.net/de/news/themen/key/news941542/jsp
11.09.2008 „Lokale Netzwerke – Erfolgsfaktor im globalen Wettbewerb“
Am 11.09. hatte ich Gelegenheit auf einer Veranstaltung der Wirtschaftsjunioren
Heilbronn-Franken im schönen Rathaussaal von Tauberbischofsheim gemeinsam mit
200 Zuhörern einem Vortrag unter diesem Titel von Dr. Manfred Wittenstein,
Vorstandsvorsitzender der WITTENSTEIN AG und Präsident des VDMA, zuzuhören. Die
Herausforderungen der Globalisierung kann der Standort Deutschland mit
wissensbasierten Produkten aufnehmen. Innovation verlangt Umsetzung im Markt,
stellt aber auch die bestehende Organisation in Frage. Intelligenter Einsatz von
Kommunikation ist von Nöten, und die ist regional wesentlich einfacher,
schneller und sicherer. Dazu gehört die Sprache, aber auch kultureller
Hintergrund und Werte. In einer Beispielrechnung aus der WITTENSTEIN AG wurde
vorgeführt, welche Aufwendungen für Kommunikation allein in der
Lieferantenqualifizierung einmalig und laufend entstehen – in Abhängigkeit von
der Entfernung zwischen Lieferant und Unternehmen. Da muss Sourcing in
Osteuropa, China oder Indien schon 20% bis 60% Preisvorteil bieten bei gleicher
Qualität.
Dr. Wittenstein schildert sehr anschaulich die Netzwerke, in denen sich sein
Unternehmen engagiert. Neben dem oben geschilderten Netzwerk mit regionalen
Lieferanten misst er auch der Vernetzung in Forschung, Entwicklung große
Bedeutung bei; ebenso den kurzen Wegen zu Kunden im Maschinenbau, z.B bei
Prototypen.
Sehr heftig grenzt Wittenstein Netzwerke von den in der Politik derzeit
beliebten und geförderten Clustern ab. „Cluster heißt übersetzt Haufen.“
09.09.2008 Global und bodenständig
Den Spagat zwischen Globalisierung und Sicherung lokaler Arbeitsplätze
verdeutlicht Goldbeck als Generalunternehmer für das neue Nokia-Werk in Rumänien
sichert seine Arbeitsplätze in Bielefeld. In Bochum fallen bei Nokia viele
Arbeitsplätze weg.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/osteuropa-special/global-und-bodenstaendig;2034264
August 2008 Nutzenmaximierung bei Low Cost Country Sourcing -
Berücksichtigung von Varianten
Die Suche nach Lieferanten in Low Cost Countries gestaltet sich ohnehin
schwierig, da Qualitätsanforderungen und logistische Anforderungen erfüllt
werden müssen. Hinzu kommt, dass viele Bauteile, die im Maschinenbau oder der
Automobilzulieferindustrie benötigt werden, über etliche Varianten verfügen.
Wenn der ins Auge gefasste Lieferant das ganze Spektrum der Bauteilvarianten
liefern soll, muss er für jede Variante qualifiziert werden und die
Sicherheitsbestände müssen entsprechend eingerichtet werden. Sinnvoller ist es
hier mit einer Dual-Sourcing-Strategie zu arbeiten: der Lieferant am
Niedrigkostenstandort übernimmt die Varianten mit hoher Stückzahl und damit
vermutlich auch geringeren relativen Bedarfsschwankungen. Ein Lieferant in
räumlicher Nähe der Endmontage übernimmt die übrigen Varianten. Ein durchdachter
Mix von Low Cost Country Sourcing und Local Sourcing ist umzusetzen. (Quelle:
Kai Nowsosel, Dr. Sergio Rojas Rodriguez, Fa. Accenture in Beschaffung aktuell
08 / 2008)
08.08.2008 Verlagerung ins Ausland nimmt ab
Noch vor zwei Jahren plante jeder zweite deutsche Automobilzulieferer, im
Ausland Produktionskapazitäten aufzubauen. Aktuell hat nur noch jeder vierte
entsprechende Pläne, ergab jetzt eine neue Studie von Ernst & Young, Frankfurt.
Die Logistikkosten sowie Probleme bei Qualität und Flexibilität zehren einen
Teil der Kosteneinsparungen wieder auf. Die steigenden Energiepreise machen eine
Produktion im Ausland weniger attraktiv, sofern in erster Linie der
westeuropäische Markt beliefert werden soll.
http://www.logistik-heute.de/nachricht/news.php?id=18500
Juli 2008 Ersatzteile auf Erfolgskurs
Die Kernaufgabe der Ersatzteillogistik ist die Sicherstellung der maximalen
Produktivität der Kundenanlagen und -systeme. Um dies zu gewährleisten, muss die
gesamte Prozesskette – von der Beschaffung bis zur Bereitstellung der
Ersatzteile (ET) vor Ort beim Kunden –optimiert werden. Tempo ist zentraler
Erfolgsfaktor.
Bereits heute liegt der Anteil des After-Sales-Umsatzes am Gesamtumsatz der
Unternehmen der Investitionsgüterindustrie bei etwa 27 Prozent. In den nächsten
drei bis fünf Jahren kann sogar mit einem Umsatzanteil von bis zu 35 Prozent
gerechnet werden. Der Ersatzteilumsatz am After-Sales-Servicegeschäft beträgt
bei vielen Unternehmen der Investitionsgüterindustrie zwischen 50 - 60 Prozent.
Insider wissen, der Beitrag zum Unternehmensergebnis ist in der Regel noch
deutlich höher. Vor diesem Hintergrund führte das Münchner Beratungsunternehmen
Impuls Management Consulting GmbH in Kooperation mit LOGISTIK HEUTE eine
umfangreiche Studie zum Thema „Global Spare Parts Management 2010“ in der
Industrie durch. An der Umfrage haben 122 Unternehmen aus den Branchen
Maschinen- und Anlagenbau, Elektro sowie Informations- und Telekommunikation
teilgenommen.
http://www.logistik-heute.de/07akt_ausg_art4.php
21.07.2008 "Erfolg in der Logistik: Beziehungen mit Logistikdienstleistern
richtig gestalten"
Unter diesem Titel haben die WHU Otto-Beisheim School of Management und DHL Exel
Supply Chain eine Studie zur Outsourcing-Praxis in Industrie und Handel in
Deutschland durchgeführt. Die Zusammenarbeit zwischen Auftragsgeber und
Dienstleister kann immer komplexer werden. Ein Ergebnis verweist auf die
Ausgestaltung von Vergütungsstrukturen in den Verträgen. Der richtige Ansatz
kann sich hier sehr positiv für den Kunden, aber gleichzeitig auch für den
Logistikpartner auswirken. Viele Auftraggeber unterschätzen diesen Faktor und
wählen Modelle, die nur vordergründig von Vorteil sind. Wird die Vergütung
hingegen individuell an die Rahmenbedingungen der Partnerschaft angepasst,
lassen sich dadurch die Leistungen der Dienstleister und somit auch der
Outsourcing-Erfolg enorm steigern. Die Untersuchung zeigt praxisnahe Beispiele
auf. Die Studie (40 Seiten) steht zum kostenlosen Download unter
www.whu.edu/klm zur
Verfügung.
Juli 2008 „Logistikkosten in China liegen doppelt so hoch“
Das sagt Prof. Frank Straube auf eine Frage im Interview mit LOG.Letter 7/8
2008. Die Logistikkosten lägen im Vergleich zu Europa oder USA im
Industriedurchschnitt bei 20%. Auch der Transportanteil sei doppelt so hoch wie
in Europa. (Quelle: BVL)
10.07.2008 FA Ludwigshafen startet MBA Logistik
Zum Wintersemester 2008/2009 startet an der Fachhochschule Ludwigshafen in
Kooperation mit der Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen (ZFH) der
neue, berufsbegleitende Fernstudiengang MBA Logistik - Management & Consulting.
Der Studiengang befindet sich momentan im Akkreditierungsverfahren. Das
Fernstudium ist auf fünf Semester ausgelegt und modular konzipiert, wobei die
einzelnen Module bewusst nicht aufeinander aufbauen. In den ersten vier
Semestern werden die Studieninhalte aus den Bereichen Logistik, IT, Technologie,
Management, Consulting und Sozialkompetenz vermittelt. Großer Wert wird auf die
Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft gelegt. Das fünfte Semester ist der
Master-Thesis vorbehalten. Bewerbungsschluss für das Wintersemester 2008/2009
ist der 15. September 2008.
http://www.zfh.de/presse/PM_MBA_Logistik_Management_09_07_08_S.pdf
11.07.2008 Eine Million Euro für Logistikprofessorin
Logistikprofessorin Katja Windt von der Jacobs University Bremen erhält den
Alfried Krupp-Förderpreis in Höhe von einer Millionen Euro. Die Auszeichnung ist
auf fünf Jahre angelegt und soll die Preisträger -- herausragend qualifizierte
Inhaber einer Erstprofessur an einer deutschen Hochschule -- in die Lage
versetzen, sich unabhängig von öffentlichen Geldern ein verbessertes
Arbeitsumfeld zu schaffen und damit ihre Arbeit in Forschung und Lehre
voranzutreiben. Das Fachgebiet von Katja Windt, „Global Production Logistics“,
konzentriert sich im Kern auf die Entwicklung von Planungs- und
Steuerungsmethoden für die Produktion industrieller Güter in diesen globalen
Netzstrukturen. Sie erforscht beispielsweise die Gestaltung und Auslegung von
Distributionsstrukturen und Bevorratungsstrategien, die Gestaltung von komplexen
Produkten aus Sicht der Logistik sowie die Bewertung und Integration von
Technologien in logistischen Prozessketten.
http://www.logistik-inside.de/sixcms/detail.php?id=692353
Juli 2008 Loadings ledges - in wie weit ersetzen sie zukünftig Paletten ?
Loading Ledges werden aus Polypropylen hergestellt und wiegen weniger als ein
Kilogramm. Die verpackte Fracht wird auf dem Kunststoffuntersatz gestapelt und
mit ihm zusammen verschnürt.
http://www.logistik-inside.de/cms/651833/li_galerie?_pgskip=0
08.07.2008 Trends und Entwicklungen im Bereich Lagerverwaltungssysteme
Im vergangenen Jahr hat sich der Markt im Bereich Lagerverwaltungssysteme (LVS)
in Deutschland eher zurückhaltend entwickelt. Performancesteigerung, die
Entwicklung neuer Technologien und die Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit
stehen für die Anbieter im Fokus. Das sind zentrale Ergebnisse der Studie "LVS-Markt
2007 – 2008", die von der Supply Chain Group AG durchgeführt wurde. Die LVS
überzeugen durch ihre Qualität: Sie verfügen über standardisierte
Schnittstellen, sind modular aufgebaut und projektspezifisch erweiterbar. Neue
Kommunikationstechnologien im Lager wie Pick-by-Voice und RFID decken 85 Prozent
bzw. 90 Prozent der von der IWL AG befragten LVS-Anbieter bereits ab. Mehr dazu
unter
http://www.mylogistics.net/de/news/themen/key/news912362/jsp oder die
komplette Studie der IWL unter
http://www.wmsfinder.com/WMS-Vergleich-2008_1.0.pdf
28.05. 2008 Lagermanagement – Lean Warehousing
Die Anwendung von Methoden des Lean Managements macht auch vor dem Lager nicht
halt. Zusammen mit dem Steinbeis-Transferzentrum-Prozessmanagement hat LOGISTIK
HEUTE im Frühjahr 2008 den Stand der Implementierung in 32 Unternehmen
untersucht. Der Durchdringungsgrad mit Techniken beispielsweise aus dem
Werkzeugkasten von Six Sigma ist eher als „durchwachsen“ zu bezeichnen.
Projektwerkzeuge und Managementwerkzeuge haben einen Durchdringungsgrad von ca.
30%. Methoden für das Prozessdesign, beispielsweise FMEA (Fehler-Möglichkeiten-Einfluss-Analyse),
werden bei nicht einmal 20% eingesetzt. Die Mai Ausgabe von LOGISTIK HEUTE
enthält dazu einen Bericht.
Unter dem Titel Lean Warehousing gab es auf der CEMAT 2008 ein Forum. Eine
Zusammenfassung und die Beiträge der Teilnehmer finden Sie bei
http://www.logistik-heute.de/veranstaltungen/forum_cemat08.php
Mai 2008 Länderrisiken in der Beschaffung
Der Einkauf in „low cost countries“ stellt neue Herausforderungen. Die eigenen
Unterlagen müssen verständlich die Anforderungen beschreiben; die Qualität des
potenziellen Lieferanten muss über große Entfernung und dauerhaft überprüft
werden; die längere Transportkette ist angemessen zu berücksichtigen. Dazu
ergeben sich weitere, klassische Risiken der Beschaffung im Ausland, wie sie
durch das liefernde Land gegeben sind. Hierunter fallen die politische
Stabilität, Bürokratie, aber auch Wechselkursrisiken und Infrastruktur. Direkt
nutzbare, neutrale Risikobewertungen sind nicht verfügbar, was auch nicht
verwunderlich ist, da die Bewertung in hohem Maße subjektiv ist. Einen Einstieg
ins Thema bietet der BME auf seiner Site an:
http://www.bme.de/Bewertung-von-Laenderrisiken-aus-Beschaffungs-und-Investitionssicht.41291.0.html
April 2008 Liefertouristen in der Kostenfalle – Automobillogistiker
diskutierten in Saarbrücken
Die Automobilindustrie steht vor neuen Herausforderungen: Wie lassen sich
globale Liefernetzwerke bei steigenden Transportkosten und knappen
Personalressourcen effizient steuern? „Toyota ist zu schlagen“, so Siegfried
Fiebig von Volkswagen. Die Teilnehmer des AKJ-Jahreskongresses in Saarbrücken
waren, wenn nicht beeindruckt, so doch immerhin erheitert. Volkswagen gehe einen
ganz anderen Weg als etwa BMW: „Wir wachsen, ohne zu wachsen.“ Der europäische
Marktführer wolle seinen Ausstoß mit der bestehenden Belegschaft erhöhen.
Doch bei Weitem nicht alle Branchenvertreter mochten mit so stolzgeschwellter
Brust über das Saarbrücker Kongressparkett defilieren.
http://www.logistik-heute.de/04akt_ausg_art1.php
30.4.2008 Jährliche Inspektion von Regalanlagen wird Pflicht –
voraussichtlich ab 2009
Nicht erst seit dem Einsturz eines Hochregals mit zwei Toten und mehreren
Verletzten bei einem Papiergroßhändler in Sachsen-Anhalt vor wenigen Wochen
steht die Sicherheit von Regalsystemen im Zentrum des Interesses. Lagerbetreiber
müssen die Sicherheit ihrer Regale künftig jährlich von einer fachkundigen
Person prüfen lassen. Regalhersteller bieten hierzu einen speziellen
Inspektions-Service an.
http://www.logistik-inside.de/sixcms/detail.php?id=646923
März 2008 Zukunftsthemen der Logistik
Im Februar hatte ich Ihnen bereits vom öffentlichen Diskurs über zukünftige
Forschungsschwerpunkte der Logistik im produzierenden Gewerbe am 12.2.2008 in
Frankfurt (Main) berichtet. In den jetzt vorliegenden Abschlussbericht der
Voruntersuchung „Logistik im produzierenden Gewerbe“ wurden die Anregungen aus
dem Diskurs eingearbeitet.
Die untersuchten Zukunftsthemen wurden - unter dem Oberbegriff
Ressourceneffizienz - in die drei Bereiche Ressourceneffizienz durch Optimierung
und Neugestaltung der logistischen Leistungserbringung,
Konzepte zur Differenzierung und Flexibilisierung von Logistikleistungen und
Selbststeuerung logistischer Prozesse – Ressourcenschonung und Transparenz durch
neue Informationstechnik
eingeordnet. Den Themen Ressourceneffizienz, Transparenz, Flexibilisierung,
Standardisierung, informationstechnische Verknüpfung, zukunftsorientiertes
Netwerkdesign, demografische Entwicklung und Sicherheit/Stabilität von
Logistiksystemen gilt es nun in zukünftigen Forschungsförderungsmaßnahmen
besondere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.
Der Bericht zur Voruntersuchung beschreibt das Projekt und die angewendete
Methodik. Anschließend werden die Ergebnisse zu den oben aufgeführten Themen
detailliert dargestellt. Den vollständigen Bericht gibt es bald auch im Internet
unter
www.produktionsforschung.de
März 2008 Beschaffung aus China: Logistikkosten werden oft unterschätzt
China hat sich als Beschaffungsmarkt für deutsche Unternehmen etabliert,
aber nicht jedes Unternehmen profitiert im gleichen Maße. Wie aus der neuen
Studie "Beschaffungslogistik im China-Geschäft. Kosten - Prozesse - Strategien"
des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) in
Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft
PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor geht, beträgt der Preisvorteil bei den aus
China am günstigsten beschafften Produktgruppen im Vergleich zu Deutschland bis
zu 50 Prozent.
Bei einigen Unternehmen fallen die Einsparungen durch den Einkauf bei
chinesischen Zulieferern jedoch deutlich niedriger aus:„ Jedes dritte befragte
Unternehmen nimmt bei Beschaffung aus China sogar Verluste in Kauf“, kommentiert
Harald Kayser, Leiter der China Business Group bei PwC das Ergebnis der Studie.
So kalkulieren viele Unternehmen den Aufwand für den Transport nach Deutschland
sowie die aufwändige Qualitätssicherung nicht mit ein. Jedes dritte Unternehmen
kann weder die exakten Logistikkosten in China noch den Kostenvorteil gegenüber
der Beschaffung in Deutschland oder anderen Märkten beziffern.
Die befragten Unternehmen zahlen bei Produktgruppen, die sie nach eigenen
Angaben am kostengünstigsten beschaffen, durchschnittlich rund 19 Prozent
weniger als in Deutschland, im schlechtesten Fall knapp 2 Prozent mehr. Die
Fracht- und anderen Logistikkosten, wie Versicherungen, Prüfkosten, Verzollung,
Anlieferung, Lagerung, Reklamations- und Managementkosten machen etwa ein
Drittel der gesamten Beschaffungskosten aus. Der Aufwand für die
Qualitätssicherung ist nach Ansicht der Befragten der zweitwichtigste
Kostenblock hinter den reinen Frachtkosten.
Bemerkenswert ist, dass große Unternehmen im Durchschnitt kleinere
Kostenvorteile erzielen.
Mehr Informationen zur Studie finden Sie unter:
www.pwc.de/de/industrielle-produktion
16.3.2008 Leuchtturmprojekte und bodenständige Lösungen
Veröffentlichungen über neue oder modernisierte Lager bzw. Distributionszentren
handeln oft von spektakulären Einrichtungen. Hier stehen große Flächen,
Paletten- und Behälterzahlen in Lagerung und Umschlag zur Debatte, teils in
einfachen, teils in sehr komplexen Strukturen. Highlights bilden oft die
verwendeten Förderanlagen und die Automatisierung. Aber welche Bausteine lassen
sich aus diesen Leuchtturmprojekten auf die jeweilige bodenständige
Aufgabenstellung in den vielen „normalen“ Lager- und Distributionstandorten
übertragen?
Es beginnt mit der Betrachtung der Prozesse im Ist und Soll, der Produkt- und
Auftragsstruktur heute und in der Zukunft. Je unsicherer die Aussagen über die
zukünftige Entwicklung sind, desto mehr ist Flexibilität gefordert, was oft zu
Lasten ausgeklügelter Mechanisierung gehen dürfte.
Suchen Sie das Gespräch zum angemessenen Mix? Ich stehe Ihnen gerne zur
Verfügung.
12.2.2008 Zukunftsthemen der Logistik
Am 12.2. hatte ich Gelegenheit in Frankfurt an einem öffentlichen Diskurs
über zukünftige Forschungsschwerpunkte der Logistik im produzierenden Gewerbe
teilzunehmen. Die Professoren Straube (TU Berlin), Scholz-Reiter (BIBA Bremen)
und ten Hompel (TU Dortmund) präsentierten die Ergebnisse ihrer Voruntersuchung.
Ein deutlich sichtbarer Schwerpunkt war Ressourcenschonung in der Logistik.
Weitere, in der Diskussion priorisierte Themen: Flexibilität, Transparenz und
Sicherheit. Sicherheit bedeutet hier sowohl Einklang mit Vorschriften als auch
robuste, störungsunanfällige Prozesse. Ob man dazu mehr oder lieber weniger IT
einsetzen sollte, blieb kontrovers. Die angehängte Einladung wendet sich
ausdrücklich an die Vertreter der Wirtschaft, die dennoch nur ¼ der Teilnehmer
stellte.
http://www.produktionsforschung.de/fzk/idcplg?IdcService=PFT&node=2309&T=TERMIN_DETAIL&ID=3211
Finalisiert werden die Forschungsschwerpunkte bei den Karlsruher
Arbeitsgesprächen Produktionsforschung am 11./12.3.
http://www.produktionsforschung.de/fzk/idcplg?IdcService=PFT&node=2701
14.1.2008 Lager bzw. Distributionszentrum – neu bauen, automatisieren oder
?
In der Fachpresse kann man regelmäßig Artikel lesen, wer ein neues Lager bzw.
Distributionszentrum baut oder ein bestehendes deutlich modernisiert und
automatisiert. Auch ich zitiere in meinem Newsletter regelmäßig diese Meldungen.
Tatsächlich sind solche erheblichen Investitionen geeignet, die Effizienz der
Logistik im Unternehmen sprunghaft zu verbessern. Sie erfordern aber auch
erhebliche Anstrengungen. In meiner Beratungspraxis treffe ich allerdings auch
immer wieder auf Abläufe in Lagern und Distributionszentren die ohne wesentliche
Investitionen noch merkliches Verbesserungspotenzial enthalten. Dies betrifft
beispielsweise die räumliche Anordnung, die logische Reihenfolge der
Verarbeitung unter Berücksichtigung realer Fehlerwahrscheinlichkeiten und kleine
Verbesserungen an der Informationstechnik mit Hebelwirkung bei Effizienz und
Fehleranfälligkeit. Nehmen Sie Kontakt auf unter
e.konejung@konejung-consulting.de
.
Ersatzteillogistik
Der Bereich Ersatzteile stellt hohe Anforderungen an die Logistik: Teile „für
die Ewigkeit“, d.h. während der Lebensdauer der Maschine oder Anlage, vorhalten,
das benötigte Teil „sofort“ zum Kunden liefern. Schließlich droht ihm bei
Maschinenstillstand Ausfall von Umsatz und Ergebnis. Trotz der vorstehenden
Herausforderungen trägt das Ersatzteilwesen insbesondere im Maschinenbau meist
überproportional zum Ergebnis bei. Der BVL stellt beim 4. Logistikdialog in
Nürnberg am 8.4.2008 „Best Practices in den Schlüsselbranchen“ vor.
http://www.bvl.de/5037_1
Die Ersatzteilbestände sind z.B. bei der Reichweite nicht mit den übrigen
Beständen des Unternehmens vergleichbar. Dienstleister übernehmen gern die
Bewirtschaftung und das Handling, zieren sich aber in der Regel bei der
Übernahme der Bestände. Nach Unternehmensangaben geht der Logistikdienstleister
Simon Hegele hier einen anderen Weg. Seit Kurzem wird Unternehmen der Kauf und
die Führung ihrer Lager-, Waren- und Ersatzteilbestände angeboten, verbunden mit
der Übernahme der gesamten Ersatzteillogistik. Für Kunden hätte das klare
Vorteile bei der Kapitalbindung. Gebündelt werden die Aktivitäten zur
Ersatzteillogistik in der 2007 gegründeten Tochtergesellschaft Simon Hegele
Supply Chain Services, Karlsdorf, an der die Simon Hegele als Kommanditist und
die Landesbank Baden-Württemberg als Komplementär beteiligt sind. Mehr dazu
unter
http://www.logistik-inside.de/sixcms/detail.php?id=616667
Das Fach- und Wirtschaftsmagazin LOGISTIK inside führt in Kooperation mit der
Kölner Unternehmensberatung MSR Consulting die 4. Benchmarkstudie zur
Ersatzteil-Logistik bei Industrieunternehmen durch. Falls Sie sich daran
beteiligen möchten, folgend Sie dem Link
http://www.logistik-inside.de/sixcms/detail.php?id=617219
03.12.2007 Service Level Agreements: Wunderwaffe zur Steuerung der
Logistik?
Auf einer Fachkonferenz am 27. November in Offenbach diskutierten Fachleute
unter Leitung von Prof. Wolf-Rüdiger Bretzke (Bundesvorstand BVL) das für und
wider. Das Ergebnis: eine Wunderwaffe sind Service Level Agreements nicht. Sie
sind aber eine gute Grundlage auf der eine vertrauensvolle Zusammenarbeit
starten kann.
http://www.logistik-inside.de/sixcms/detail.php?id=597015
21.11.2007 Milliardeninvestitionen in Flughäfen sind meist ineffizient
Das zumindest ist die Essenz einer Untersuchung der internationalen Strategie-
und Technologieberatung Booz Allen Hamilton, über die myLogistics.de berichtet.
Heimische Flughafenbetreiber investieren überwiegend in die Infrastruktur, nicht
jedoch in effizientere Prozesse. Insbesondere in den Terminals sind die Prozesse
verbesserungswürdig. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnisse, durch verbesserte
Prozesse ließen sich nicht nur Kosten einsparen, sondern auch Millionen
Passagiere mehr durch die existierende Infrastruktur schleusen. Internationale
Wettbewerber, wie Dubai wenden weitaus mehr für automatisierte Prozesse auf.
http://www.mylogistics.net/de/news/themen/key/news806002/jsp
Verschenkte Potenziale
Verbesserungspotenziale – viele Unternehmen kennen Sie recht gut. Die Analyse
sollte noch tiefgehender sein, die Ideen zur Verbesserung ausgereifter. Ist das
mit den eigenen Kräften zu schaffen? Der Biss bei der Realisierung fehlt.
Beratung könnte helfen. Der Entscheidungsprozess zieht sich in die Länge – nicht
nur bei großen Unternehmen.
„Wir verlieren jeden Monat 300 Stunden mit der Suche nach Material, das wir
definitiv vereinnahmt haben.“ Trotz dieses klaren Problemstatements dauert es in
einem Beispiel aus meiner Beratungspraxis Monate, ehe ein Beratungsauftrag
vergeben wurde. In der Zwischenzeit wurde beachtliches Potenzial verschenkt.
Konejung Consulting kann Sie zügig unterstützen: mit qualifizierter Analyse,
Verbesserungsvorschlägen und tatkräftiger Unterstützung bei der Umsetzung. Damit
begrenzen Sie die weitere Überlastung Ihrer, im Tagesgeschäft bereits stark
VDMA empfiehlt: Zurück zur Fertigungstiefe - Zeitgemäße
Produktionsorganisation
In seinem Artikel für das IT-Online-Magazin it-production geht der
VDMA-Mitarbeiter Volker Schnittler mit dem Trend zum Outsourcing, insbesondere
der Beschaffung in Ländern mit niedrigerem Lohnniveau, kritisch ins Gericht. Die
Konzentration auf Kernkompetenzen zwingt eine kleiner werdende Wertschöpfung
einen größeren Wasserkopf zu finanzieren. Die Feuerwehraktionen für logistische
Probleme werden zum Dauereinsatz, binden dauerhaft Personal. So war das
natürlich in der Kalkulation der Kostensenkungspotenziale durch Outsourcing
nicht enthalten.
http://www.it-production.com/index.php?seite=einzel_artikel_ansicht&id=35161
02.02.2007 Medizinlogistik
Der Siemens-Bereich Medical Solutions (Siemens Med) wird im April 2007 in
Neu-Isenburg ein neues weltweites Ersatzteilzentrum für medizinische Geräte
eröffnen. Das bisherige Ersatzteilzentrum Heusenstamm und das Retourencenter aus
Dietzenbach werden darin zusammengefasst und erweitert. Für die Standortwahl war
die Nähe zum Frankfurter Flughafen ausschlaggebend. Koordiniert und gesteuert
werden die Aktivitäten von einem Team aus 110 Mitarbeitern in Erlangen. Sie
betreuen auch die Verteilzentren in Memphis für die USA und Kanada und in
Singapur für Asien-/Pazifikraum.
http://www.logistik-inside.de/sixcms/detail.php?id=486833
Februar 2007 Alternativen zum klassischen Outsourcing
Klassisches Outsourcing der Logistik, d.h. Übertragung der bisher in Eigenregie
erbrachten Logistikleistungen an einen Dienstleister, ist weiterhin in Mode. Man
verspricht sich davon eine Steigerung der Flexibilität und eine Senkung der
Kosten. Logistikleistungen werden nicht als Kernkompetenz des Unternehmens
gesehen.
Wichtig für die Entscheidung zum klassischen Outsourcing ist die Kenntnis der
Grenzen. Diese sind leicht einsichtig, wenn man den Mechanismus betrachtet, der
für abgebendes Unternehmen und Dienstleister eine Win-Win-Situation schaffen
soll.
Die Übertragung erfolgt auf einen Dienstleister, dessen Kernkompetenz die
Kontraktlogistik ist. Allein damit ist bereits oft ein besseres Verständnis der
benötigten Flexibilität verbunden. Der Kontraktlogistiker unterliegt i.A.
anderen Tarifbindungen. Damit ist langfristig eine Senkung des Kostenniveaus
möglich. Kurzfristig setzen der Realisierung von Flexibilität und Kostensenkung
bei einem Betriebsübergang nach § 613a BGB die gesetzlichen Vorschriften enge
Grenzen.
Das abgebende Unternehmen aus Industrie oder Handel ist einerseits an einer
größtmöglichen Realisierung seiner Ziele hinsichtlich Flexibilität und
Kostensenkung interessiert, möchte sich aber andererseits zeitlich nicht sehr
lange an den Dienstleister binden. Der Kontraktlogistiker wiederum benötigt
längerfristige vertragliche Sicherheit um eventuelle Investitionen amortisieren
zu können.
Eine wesentliche Voraussetzung wird oftmals in der Anfangsphase übersehen: Nur
stabile und klar dokumentierte Prozesse sind dem klassischen Outsourcing
wirklich zugänglich.
Das Argument „gehört nicht zu den Kernkompetenzen“ verschleiert manchmal den
Mangel an Kenntnissen, was wirklich in der eigenen Logistik geleistet wird.
Mit dem Vorstehenden sind die Grenzen des klassischen Outsourcings der Logistik
umrissen. Daher lohnt es sich, einen Blick auf drei alternative Geschäftsmodelle
zu werfen:
Joint Venture mit Dienstleister, Logistik GmbH und Management-Buy-Out (MBO).
1) Joint-Venture mit Logistik Dienstleister
Um die Abhängigkeit des Kontraktgebers vom Dienstleister zu vermeiden, gehen
Unternehmen dazu über, Gemeinschaftsunternehmen mit Logistik-Dienstleistern in
bestimmten Bereichen zu bilden.
Die neue Gesellschaft profitiert sowohl vom speziellen Know-how des
Dienstleisters in der Logistik als auch vom branchen- und
unternehmensspezifischen Know-how der beteiligten Unternehmen. Der Dienstleister
und das abgebende Unternehmen halten jeweils Anteile an dem neu gegründeten
Unternehmen. Über diese Anteile und die Ernennung von Geschäfts¬führern hat der
Kontraktgeber mehr Möglichkeiten, Einfluss auf die strategische Planung und das
Tagesgeschäft zu nehmen. So kann der Kontraktgeber beispielsweise den Abfluss
speziellen Know-Hows an den Wettbewerb verhindern.
Nur unvollständig erfüllte Voraussetzungen für Outsourcing können bei dieser
Alternative später erfüllt werden.
Nachteile bei diesem Modell sind längere Entscheidungswege und erhöhter
Koordinations¬aufwand zwischen den beteiligten Unternehmen. Ein Joint Venture
bietet sich insbesondere dann an, wenn der Kontraktgeber beteiligt bleiben und
sich die Option einer Rückführung offenhalten möchte.
2) Logistik-GmbH und anschließendes Reengineering
Eine weitere Alternative bietet die rechtliche Verselbständigung der Logistik.
Wesentliche Vorteile sind Erhöhung der Flexibilität, Sicherung des eigenen
Know-hows sowie die Option auf Drittgeschäft. Kostensenkung kann dabei
mittelfristig durch Aufhebung der Tarifbindung bzw. Wechsel der
Tarifzugehörigkeit erreicht werden. Außerdem profitiert dieses Modell der
Logistik GmbH häufig davon, dass Flächen und Lagerausstattung zumindest
teilweise abgeschrieben werden können., d. h. die Kosten fallen geringer aus als
bei einem Dienstleister, der diese Flächenkosten in der Kalkulation mit
berücksichtigt.
Nachteilig an diesem Geschäftsmodell ist das zunächst fehlende
Kunden-Lieferanten-Verständnis, da aus vormaligen Kollegen nun Kunden geworden
sind.
Auch fehlen neue kreative Ideen und Konzepte. Eine gewisse „Betriebsblindheit“
kann erhalten bleiben. Dieses Modell ist daher zu empfehlen, wenn die eigene
Logistik eine hohe Leistungsfähigkeit und spezifisches Wissen aufweist, oder
eigene Optimierungsansätze entwickelt, aber noch nicht umgesetzt wurden.
Bekannte Beispiele für diese Alternative sind die bereits seit Jahren bestehende
Tchibo Logistik GmbH oder die Electrolux Logistik.
Für Ausgründung der Logistik und für ein Joint Venture findet sich das Beispiel
General Motors und Caterpillar Services
http://www.autosieger.de/print.php?sid=7706 bzw.
http://www.autokiste.de/start.htm?site=/psg/0510/4709.htm
3) Management-buy-Out (MBO)
Dieses Modell geht einen Schritt weiter als die Logistik-GmbH. Es geht nicht nur
um die Ausgründung, sondern Führungskräfte erwerben zusätzlich – in der Regel
zusammen mit einer Investorengruppe – Anteile am Unternehmen. Die vormaligen
Logistikleiter werden nun nicht nur Geschäftsführer, sondern Gesellschafter der
Neugründung.
Vorteile hierbei sind insbesondere geringe Risiken in der Startphase sowie
personelle Kontinuität. Gestärkt wird insbesondere der Anreiz für das
Drittgeschäft und die Profit-Center –Orientierung. Voraussetzung für dieses
Modell sind allerdings geeignete Führungskräfte, die den Weg in die
Selbständigkeit nicht scheuen.
Fazit: Keines dieser Modelle wird wohl das klassische Outsourcing ersetzen
können. Jedoch ist im Einzelfall stets zu prüfen, ob nicht insbesondere im
Hinblick auf Kostensenkung und Flexibilität eines der alternativen Modelle in
Betracht kommt.
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